Verbrechen im Visier - Die Kriminalitätswoche

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Verbrechen im Visier - Die Kriminalitätswoche

Wie sicher leben wir im Kreis Euskirchen - genau darum ging es in unserer Themenwoche! Dazu haben wir uns die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizei für 2024 angeschaut und dann haben wir Kripo-Chef Ulrich Linden gefragt - wieso sehen die Zahlen so aus? Was tut die Polizei dagegen? Und wie können wir uns vor Straftaten schützen? All das lest ihr hier!

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Aufklärungsquote der Polizei

Die komplette Kriminalitätsstatistik der Kreispolizei von 2024 findet ihr hier. Die Polizei wertet dabei die angezeigten Straftaten aus dem vergangenen Jahr aus. Besonders stolz ist die Kreispolizei dabei auf ihre gestiegene Aufklärungsquote von 59,67 Prozent. Das bedeutet, dass fast 60 Prozent aller Straftaten aufgeklärt werden konnten. Aber woran liegt das? Arbeitet unsere Kreispolizei einfach besonders gut und gewissenhaft? "Ja klar!" sagt Kripo-Chef Ulrich Linden. Aber die hohe Rate liege auch an der Struktur des Kreises Euskirchen - "man kennt sich und erkennt sich hier". Außerdem würden besonders schwer aufzuklärende Straftaten, wie etwa Taschendiebstahl, hier im Kreis nicht so häufig begangen werden, wie zum Beispiel in Großstädten.

Trotzdem ruht sich die Kreispolizei darauf nicht aus, denn: Kriminalität verändert sich! Ulrich Linden beschreibt, dass sie digitaler wird. Besonders Betrugsmaschen werden oft online genutzt. Wenn ihr dazu mehr lesen möchtet, klickt hier auf unsere Themenwoche Betrugsmaschen.

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© Plakat Innenministerium NRW
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Schläge, Tritte - Körperverletzung!

Die Zahl der Körperverletzungen ist im Kreis Euskirchen im vergangenen Jahr um mehr als 9 Prozent angestiegen. Damit ist unsere Region aber keine Ausnahme - diese Entwicklung zeigt sich bundesweit. Kripo-Chef Ulrich Linden sieht da ein generelles Problem in unserer Gesellschaft:

"Offensichtlich sind die Menschen nicht mehr in der Lage, Konflikte mit Worten zu lösen. Da ist sehr viel Kompetenz verloren gegangen - da fliegen dann auch schon mal Fäuste!"

Doch wo kommt es zu Schlägereien? Die Polizei sagt, bei uns im Kreis Euskirchen sind das meist keine Angriffe von Unbekannten - zum Beispiel in der dunklen Unterführung. In den meisten Fällen kannten sich die Beteiligten schon. Die meisten Fälle werden nämlich hinter geschlossenen Türen gemeldet. Etwa im Freundes- und Bekanntenkreis, in Geflüchtetenunterkünften, aber auch häusliche Gewalt spielt dabei eine Rolle.

Was macht die Polizei dagegen? Geflüchtetenunterkünfte werden laut Polizei öfter bestreift. Aber der private Bereich, also die eigene Wohnung oder das Haus, kann die Polizei natürlich nicht so kontrollieren! Deshalb setzt die Kreispolizei auf ihre hohe Aufklärungsquote von mehr als 93,5 Prozent bei Körperverletzung und Strafen als Abschreckung. Mehr Tipps und Hilfe bei häuslicher Gewalt gibt es hier.

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Land oder Stadt - Einbrechern egal!

250 Einbrüche wurden im vergangenen Jahr im Kreis Euskirchen angezeigt. Und dann fehlt den Betroffenen danach meist nicht nur Geld und Schmuck, sondern sie fühlen sich auch zu Hause nicht mehr sicher! Besonders beunruhigend: nur 17,6 Prozent der Taten konnte die Kreispolizei aufklären. Kripo-Chef Ulrich Linden sagt, das sind sowohl lokale Täter, als auch Tätergruppen, die zu uns in den Kreis Euskirchen einpendeln. Dazu nutzen sie auch die gute Autobahnanbindung. Deshalb schlagen die Täter sowohl auf dem Land als auch in städtischen Gebieten zu. So etwas wie Einbruchs-"Hotspots" konnte die Polizei bei uns im Kreis Euskirchen nicht feststellen. Hier verlinkt die Polizei übrigens die wöchentliche Entwicklung der Einbrüche im Kreis Euskirchen. Gegen Einbrecher hilft nur guter Schutz! Besonders (bodentiefe) Fenster nutzen Einbrecher gerne, wenn sie dort scheitern, brechen sie den Einbruchsversuch laut Polizei oft ab. Mehr Informationen zum Einbruchsschutz findet ihr hier.


Wenn ihr nicht zu Hause seid, rät die Kreispolizei: Türe abschließen, Fenster schließen und nicht auf kipp lassen und es sollte möglichst bewohnt aussehen. Also zum Beispiel mit Zeitschaltuhren für Lampen. Rollläden sollten nicht dauerhaft unten sein, das lockt Einbrecher an!

Wenn ihr in den Urlaub fahrt, bittet Freunde oder Nachbarn, regelmäßig euren Briefkasten zu leeren und aufmerksam zu sein. Bei verdächtigen Personen lieber die Polizei anrufen.

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Handy weg und Auto leer - Diebstahl!

Auch wenn Taschendiebe bei uns im Kreis Euskirchen laut Polizei deutlich seltener zuschlagen als in Großstädten, hilft besondere Vorsicht. Die Polizei rät dazu, Wertgegenstände möglichst in Innentaschen aufzubewahren - nie in den hinteren Hosentaschen! Handtaschen und Rucksäcke sollten zum Beispiel in Fußgängerzonen nach vorne getragen und mit den Armen geschützt werden. Mehr Tipps zu Taschendiebstahl gibt es hier. Wer bestohlen wurde, muss mit weiteren Kosten rechnen - denn nicht nur das Bargeld und die Bankkarten sind weg, sondern oft auch Schlüssel und Ausweise. Der Ersatz wird teuer.

Im vergangenen Jahr wurden der Kreispolizei Euskirchen 914 Diebstähle aus Fahrzeugen gemeldet. Kripo-Chef Ulrich Linden erklärt, dass Täter entweder auf gut Glück testen, ob das Auto abgeschlossen ist oder sie kundschaften vorher aus, ob sich etwas Wertvolles darin befindet. Dagegen könnt ihr euch schützen! Lasst nichts im Auto, was auch nur den Anschein von Wert hat! Keine leeren Handtaschen oder Handys. Schließt euer Auto immer ab und überprüft, ob die Tür auch wirklich zu ist! Es gibt spezielle Geräte, die die Funkverbindung von Autoschlüsseln stören können. Der Polizei werden immer wieder Diebstähle aus unverschlossenen Fahrzeugen gemeldet - auch in ländlichen Gebieten müssen Autos stets abgeschlossen werden.

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Hohe Quote - ausländische Tatverdächtige

Die Kreispolizei hat auch für die Straftaten im vergangenen Jahr überprüft, welche Nationalität die Tatverdächtigen haben. Dabei ist eine Quote von 29,38 Prozent nicht deutscher Tatverdächtiger herausgekommen. Bei uns im Kreis Euskirchen liegt der Anteil nicht deutscher Bürgerinnen und Bürger an der Gesellschaft laut Kripo-Chef Ulrich Linden bei 10,29 Prozent. Dabei gibt es einige Straftaten, bei denen der Anteil ausländischer Tatverdächtiger auffälliger ist als bei anderen. Ulrich Linden nennt da zum Beispiel den Anteil nicht deutscher Tatverdächtiger an Ladendiebstahl (49,86 %), Raubdelikten (47,22 %), Diebstählen aus Kraftfahrzeugen (41,67 %) und Gewaltdelikten (38,49 %). Aber was sind die Gründe dafür?

Ulrich Linden sieht eine Vielzahl an Ursachen für Straffälligkeit ausländischer Täter. So können zum Beispiel Kriegs- und Fluchterfahrungen, gescheiterte Integration, Alkohol- und Drogenmissbrauch und die Unterbringung in Geflüchtetenunterkünfte Gründe dafür sein:

"(Die Unterbringung in Unterkünften) ist alles andere als optimal, das ist eng, da treffen verschiedene Kulturen aufeinander. Da kommt es zu Konflikten, da sind wir schon im Bereich von Körperverletzungsdelikten, von Bedrohungsdelikten. Selbstverständlich hat das auch etwas mit der kulturellen Herkunft zu tun, anderen Wertanschauungen, auch ein anderes Rollenverständnis."

Es gibt laut Kripo-Chef aber auch Täter und Tätergruppen, die gezielt zur Begehung von Straftaten nach Deutschland einreisen.


Betrachtet man die Zahlen der Tatverdächtigen, fällt aber auch auf: 70 Prozent aller Tatverdächtigen im Kreis Euskirchen waren Deutsche. Und: 75 Prozent aller Straftaten wurden unabhängig von der Herkunft von männlichen Tatverdächtigen begangen.

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Heroin, Koks und Cannabis - Drogendelikte

Wer in Köln oder Bonn unterwegs ist, der kommt oft an den typischen Drogen-"Hotspots" vorbei. Doch wie sieht es damit bei uns im Kreis Euskirchen aus? Kripo-Chef Ulrich Linden sagt: Solche Brennpunkte gibt es bei uns nicht, aber trotzdem gibt es natürlich Orte, wo Drogenkriminalität eine größere Rolle spielt. Zum Beispiel am Bahnhof in Kall, in Mechernich am Nyonsplatz und in Euskirchen sowohl am Bahnhof als auch in den städtischen Parks.

Insgesamt hat sich im vergangenen Jahr die Zahl der Drogendelikte deutlich verringert, um 27,5 %. Das ist laut Kreispolizei aber vor allem auf die Teillegalisierung von Cannabis zurückzuführen. Trotzdem ist der Kripo-Chef besorgt, denn synthetische Drogen und Kokain seien auf dem Vormarsch. Was macht die Polizei dagegen? Sie zeigt natürlich mehr Präsenz und setzt zum Beispiel auf die strategische Fahndung, bei der Personen einfacher kontrolliert werden dürfen. Denn durch Drogen werden auch andere Straftaten begangen, dabei wird von sogenannter "Beschaffungskriminalität" gesprochen. Ulrich Linden beschreibt sie so:

"Ladendiebstähle, Diebstähle aus Kraftfahrzeugen, so die Klassiker. Wo das Beutegut am Ende dann versetzt wird, um damit Drogen zu finanzieren. Das sehen wir aber nicht so problematisch wie in größeren Metropolen, wie zum Beispiel in Köln."

In den vergangenen Monaten hat es auch größere Razzien zu Drogenkriminalität gegeben - auch bei uns im Kreis Euskirchen. Die hat die Kreispolizei aber nicht selbst durchgeführt, sondern zum Beispiel Kölner Kollegen dabei unterstützt. Deshalb ist die Kreispolizei dabei auch nicht zuständig. Kripo-Chef Ulrich Linden hat im Interview aber bestätigt, dass sowohl lokale Gruppen, als auch internationale Banden bei uns im Kreis Euskirchen im Drogenhandel involviert sind. Eine Eskalation der Drogengewalt, wie in Köln im vergangenen Jahr, sieht der Kripo-Chef aber nicht, "und damit sind wir auch ganz zufrieden!".

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Hubschrauber und Suchhunde - Vermisstenfälle

Die Zahl klingt erstmal überraschend: Im vergangenen Jahr wurden der Kreispolizei 344 vermisste Personen gemeldet. Also statistisch fast jeden Tag eine! Das bedeutet aber nicht, dass dahinter auch ein Verbrechen steckt. Kripo-Chef Ulrich Linden sagt: meistens werden Kinder oder Jugendliche aus Wohngruppen vermisst gemeldet (im vergangenen Jahr waren das 233 im Kreis). Sie kommen entweder schnell selbst wieder zurück oder werden gefunden. Auch ältere oder demente Menschen werden vermisst gemeldet. Bei Minderjährigen geht die Kreispolizei immer von einer Gefährdungslage aus und startet sofort eine Suchaktion. Bei Erwachsenen wird erst überprüft, ob es zusätzliche Gefährdungen gibt - wie zum Beispiel Erkrankungen oder Suizidgedanken.

Wird eine Suche gestartet, geht die Polizei dann von dem Ort aus, wo die Person vermisst gemeldet wurde - zum Beispiel von zu Hause aus. Dann wird dort erst alles abgesucht und anschließend der Suchradius vergrößert - etwa mit Suchhunden, Suchtrupps oder einem Hubschrauber.

Wieso bekommt man so wenig von Vermisstenfällen im Kreis Euskirchen mit? Das liegt laut Kripo-Chef daran, dass die Personen meist schnell gefunden werden oder selbst zurückkommen. Erst wenn die Polizei nicht mehr davon ausgeht, dass sie mit ihren Suchmaßnahmen die Person zeitnah finden kann, wird die Öffentlichkeit informiert. Dann hört ihr von einer Vermisstensuche auch bei uns, bei Radio Euskirchen.

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